Fort- und Weiterbildungsordnung PDF Drucken E-Mail

FORT- UND WEITERBILDUNGSORDNUNG DES INSTITUTS FÜR THERAPEUTISCHE UND ANGEWANDTE GRUPPENANALYSE MÜNSTER
(verabschiedet auf der Institutsversammlung vom 14.09.1996; zuletzt aktualisiert am 16.03.2013)



I DIE GRUPPENANALYSE - PRAKTISCHE UND THEORETISCHE KONTEXTE

1 Die Arbeit mit Gruppen als professionelle Tätigkeit und das gegenwärtige Ausbildungsangebot

Die Arbeit mit Gruppen hat einen hohen Stellenwert in der psychotherapeutischen Versorgung. Sie spielt aber auch eine wichtige Rolle in vielen anderen Berufsfeldern. Sie ist u.a. relevant in:

  • der stationären und ambulanten Psychotherapie
  • der stationären und ambulanten Psychiatrie
  • der Behandlung körperlicher Krankheiten
  • der psychosozialen Beratung
  • der Rehabilitation und Resozialisierung
  • der kirchlichen Gemeindearbeit
  • der offenen Jugendarbeit
  • der Familienberatung und Familientherapie
  • der Supervision und Organisationsberatung
  • Schulen, Hochschulen und der Erwachsenenbildung
  • der politischen Bildung
  • der Angewandten Sozialforschung

Für die Arbeit mit Gruppen sind - neben den manifesten Inhalten und bewussten Zielen - Prozesse der unbewussten Kommunikation und Gruppendynamik von großer Bedeutung. Historisch waren es psychotherapeutische Gruppen, in denen solche Prozesse zuerst entdeckt und eine professionelle Kompetenz im Umgang mit ihnen entwickelt wurde. Mittlerweile sind die Einsichten und Erfahrungen, die dabei gewonnen wurden, aber längst in der Arbeit mit anderen nichttherapeutischen Gruppen erprobt und entsprechend angepasst worden, und es eröffnet sich die Möglichkeit eines fruchtbaren Dialogs über die Grenzen der einzelnen Anwendungsfelder hinweg, von dem auch die Arbeit mit psychotherapeutischen Gruppen profitieren kann.
Die Ausbildungsangebote werden diesen Entwicklungen gegenwärtig aber nur partiell gerecht. Sie sind oft ausschließlich auf die Arbeit mit psychotherapeutischen Gruppen zugeschnitten und vernachlässigen die speziellen Probleme, die sich für eine professionelle Leitung in anderen Gruppen stellen; Nicht-Ärzte und Nicht-Psychologen haben zudem Schwierigkeiten, adäquate Ausbildungsplätze zu finden; Gruppentherapie wird häufig nur als Ergänzung zur Einzeltherapie behandelt und nicht als eigenständiges Setting mit eigenständigem therapeutischem Potential; Die Angebote erreichen auch längst nicht alle, die tatsächlich in Psychotherapie und Psychiatrie mit Gruppen arbeiten. So sind viele Gruppenleiter für ihre wichtige Tätigkeit nicht ausreichend qualifiziert.



2 Die gruppenanalytische Perspektive


Die Gruppenanalyse nach S.H. Foulkes (1898 - 1976) leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer professionellen Theorie und Praxis der Gruppenarbeit. Sie geht aus der klassischen psychoanalytischen Tradition hervor; sie integriert aber auch die soziologische Kritik der individualistischen Sehweisen, die Foulkes sich vor allem unter dem Einfluss des Soziologen Norbert Elias angeeignet hat; sie ist geprägt durch zentrale Einsichten aus der Gestaltpsychologie und Gestalttheorie, mit denen Foulkes insbesondere in seiner Zusammenarbeit mit dem bedeutenden Neurologen Kurt Goldstein vertraut wurde und die heute die systemisch orientierten Psychotherapieschulen hervorheben.
Für die Gruppenanalyse stellen Gruppe und Individuum keinen Gegensatz dar. Für sie stellt sich die Alternative 'Einzelanalyse in der Gruppe oder Analyse der Gruppe unter Vernachlässigung der individuellen Differenz' nicht. Der Einzelne in der Gruppe ist gerade auch in seiner Individualität Gruppenmitglied. Die Gruppenanalyse lokalisiert psychische Störungen nicht primär im Individuum, sondern in den Beziehungen, in denen es sich bewegt und die es mit herstellt. Bei Konflikten und Kommunikationsstörungen in Arbeitsgruppen und Institutionen legt sie umgekehrt den Widerspruch offen, der zwischen eingefahrenen Strukturen und persönlichen Bedürfnissen nach Mitteilung und Beteiligung besteht. Sie rekonstruiert biographische Erinnerungen und Fixierungen im Kontext aktueller Gruppeninszenierungen und fördert die Bereitschaft zur bezogenen Individuation in der Gruppe. Sie macht die Verflechtungen erfahrbar, die zwischen dem individuellen Unbewussten, dem gemeinsamen Unbewussten der Gruppe und dem Unbewussten großer Kollektive bestehen, und eröffnet so Individuen, Gruppen, Teams und Organisationen neue Möglichkeiten des Verstehens und der Veränderung.
In der Gruppenanalyse waren von Anfang an psychotherapeutisches Wissen und Kompetenz mit der Offenheit für unterschiedliche Formen der Gruppenarbeit verbunden. Foulkes selbst hat nicht nur eine Methode zur Leitung ambulanter psychotherapeutischer Gruppen entwickelt, sondern war auch bei der Ausarbeitung der Konzeption der Therapeutischen Gemeinschaft theoretisch und praktisch wegweisend beteiligt. Die Arbeit mit Großgruppen gehört ebenso zum integralen Bestandteil der gruppenanalytischen Tradition wie die Erfahrungen mit Gruppen in Kliniken, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, religiösen und politischen Institutionen. Entsprechend breit ist auch das Spektrum der wissenschaftlichen und beruflichen Qualifikationen in der gruppenanalytischen community, sowohl bei den gegenwärtig praktizierenden GruppenanalytikerInnen als auch bei den AusbildungskandidatInnen: Neben ÄrztInnen und PsychologInnen sind in ihr SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, LehrerInnen und Angehörige anderer Berufsgruppen vertreten.
Foulkes, aber auch viele andere GruppenanalytikerInnen der ersten Generation sind wegen ihrer jüdischen Herkunft durch den deutschen Faschismus zur Emigration gezwungen worden. Die Gruppenanalyse hat sich daher in Deutschland nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung etablieren können. Um die dadurch entstandene Lücke in der gruppenanalytischen Traditionsbildung zu schließen, sind in den letzten Jahrzehnten in der Bundesrepublik eigenständige gruppenanalytische Ausbildungsinstitute entstanden, die national und international kooperieren.



II DIE FORT- UND WEITERBILDUNG DES INSTITUTS FÜR THERAPEUTISCHE UND ANGEWANDTE GRUPPENANALYSE MÜNSTER - CURRICULA

1 Grundstufe

Der Abschluss der Grundstufe vermittelt als Fortbildung eine Basisqualifikation, die Teilnehmer/innen zu einer professionellen Gruppenarbeit befähigt. Für Ärztinnen/Ärzte und Psychologische Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten erfüllt sie die Qualifikationskriterien der Psychotherapie-Vereinbarung zur Durchführung und Abrechnung tiefenpsychologisch fundierter bzw. analytischer Gruppenpsychotherapie. Die Grundstufe wird in Kursform mit den Schwerpunkten Gruppenleitung in der Psychotherapie und Gruppenleitung in Pädagogik und Sozialer Arbeit angeboten.

In der Grundstufe sind vorgesehen:

  • 56 Sitzungen (Doppelstd.) Selbsterfahrung
  • 24 Sitzungen Theorie
  • 27 Sitzungen Beobachtung
  • 20 Sitzungen Supervision I einer selbständigen Gruppenleitung

Zeitlich umfasst die Grundstufe ca. 2 1/2 Jahre. Die Einzelheiten finden Sie auf dieser Homepage unter Gruppenleitung in der Psychotherapie und Gruppenleitung in Pädagogik und Sozialer Arbeit.


2 Aufbaustufe

Die Aufbaustufe befähigt als Weiterbildung zum/zur Gruppenanalytiker/in und ermöglicht die Mitgliedschaft in der Group Analytic Society (London). Die Aufbaustufe wird in ihren einzelnen Bausteinen regelmäßig angeboten. Es sind so sehr unterschiedliche und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte zeitliche Verläufe der Teilnahme an der Aufbaustufe möglich. Bei zügigem Beginn der einzelnen Bausteine umfasst die Aufbaustufe ca. 2 ½ Jahre. Der Abschluss kann für Therapeutische und/oder Angewandte Gruppenanalyse erworben werden.

In der Aufbaustufe sind vorgesehen:

  • 104 Sitzungen Selbsterfahrung
  • 80 Sitzungen Theorie
  • 27 Sitzungen Beobachtung
  • 40 Sitzungen Supervision - Kleingruppenleitung im Rahmen einer Blockveranstaltung und selbständige Leitung einer eigenen laufenden Gruppe.


2.1 Selbsterfahrung:

Für die Selbsterfahrung sind folgende Bausteine vorgesehen:

  • 56 Sitzungen Selbsterfahrung in einer laufenden Gruppe, in der Klienten in der Mehrheit sind
  • 16 Sitzungen Selbsterfahrung in einer gruppenanalytischen Blockveranstaltung, in der Klienten in der Mehrheit sind
  • 16 Sitzungen Selbsterfahrung in einer Zwei-Ebenen-Blockveranstaltung,, in der die Selbsterfahrung und die Reflexion im Gruppenprozess systematisch aufeinander bezogen werden und bei der die Teilnehmer in der Regel Professionelle sind
  • 16 Sitzungen Selbsterfahrung in einer Blockveranstaltung für Gruppenleiter/innen, in der Probleme der Gegenübertragung bei der Leitung von Gruppen im Zentrum der Selbsterfahrung stehen (15 Sitzungen).

2.2 Theorie

Der Theoriebaustein der Aufbaustufe umfasst 10 Wochenenden mit jeweils 8 Sitzungen über 2 1/2 Jahre verteilt. Das Curriculum ist inhaltlich und zeitlich wie folgt gegliedert:

I Einführung:
1. Wochenende: Zum Theorie-Praxis-Problem im psychosozialen Feld – Einführung in das psychoanalytische Denken I: die Grundannahmen
2. Wochenende: Einführung in das psychoanalytische Denken II – Psychoanalyse als Beziehungstheorie

II Geschichte der Gruppenpsychotherapie – Der Beitrag der Gruppenanalyse:
3. Wochenende: Aspekte der Geschichte der Gruppenpsychotherapie (Freud, Bion, Yalom)
4. Wochenende: Theorie und Methode in der Gruppenanalyse


III Gesichtspunkte zur Methode der Gruppenanalyse:
5. Wochenende: Psychische Störungen in psychoanalytischer und gruppenanalytischer Perspektive I
6. Wochenende: Psychische Störungen in psychoanalytischer und gruppenanalytischer Perspektive II
7. Wochenende: Kommunikation, Deutung und Veränderung in Psychoanalyse und Gruppenanalyse
8. Wochenende: Die professionelle Beziehung und der Matrixbegriff – Übertragung und Gegenübertragung in Psychoanalyse und Gruppenanalyse


IV Grundlagentheoretische Probleme der Gruppenanalyse
9. Wochenende: Psychoanalytische und soziologische Annäherungen an eine Theorie des sozialen Unbewussten: Elias, Bourdieu, Lorenzer


V Angewandte Gruppenanalyse:
10. Wochenende: Gruppenanalyse jenseits der Gruppenpsychotherapie: Lernen und Lehren, Supervision, Beratung


2.3 Beobachtung
In der Aufbaustufe findet eine weitere Beobachtung einer gruppenanalytischen Blockveranstaltung statt. Es sind 27 Sitzungen Beobachtung und Besprechung des Gruppenprozesses in einer eigenen Beobachtungsgruppe (ca. 5 Teilnehmer) unter Leitung einer/eines Lehrenden vorgesehen.

Wichtige Gesichtspunkte sind dabei:

  • die Beobachtung als wichtiger Teil der gruppenanalytischen Leitungstätigkeit
  • die Beobachtung als Training der gleichschwebenden Aufmerksamkeit für den Gruppenprozess
  • die Beobachtung als Möglichkeit, die innere Verarbeitung von Gegenübertragungsreaktionen einzuüben
  • Diagnostik im Gruppenprozess: veränderungsorientiert; psychische Störungen als Beziehungsprobleme; neue Verinnerlichung von Beziehungserfahrungen
  • Welche Kontexte sind für das Verständnis des Gruppenprozesses und die Ermöglichung persönlicher Veränderungen von vorrangiger Bedeutung? Grenzen und Rahmen der Gruppe
  • Differenzierung, Konflikt und Koordinierung von Kontexten; Kontextwechsel
  • Strukturelle Veränderungen im Gruppenprozess; die Einzelnen und die Gruppe bei solchen Veränderungen; Grenzereignisse und Wendepunkte
  • Das Hier und Jetzt und die Vergangenheit; szenisches Verstehen des Gruppenprozesses
  • Das Hier und Jetzt und die Aktualität des Lebens außerhalb der Gruppe
  • Die Medien der Gruppe und ihre Entwicklung; Rituale, Bilder, Träume und Phantasien
  • Kommunikation und Metakommunikation
  • Figur und Grund; Anwendung des Matrixbegriffes

2.4 Praxis der Gruppenleitung

Zur Aneignung der Praxis der Gruppenleitung sind in der Aufbaustufe folgende Bausteine vorgesehen:

  1. Leitung einer Kleingruppe (5 - 7 Teilnehmer) im Rahmen einer gruppenanalytischen Blockveranstaltung: 11 Gruppensitzungen und 7 Sitzungen Supervision
  2. Selbständige Leitung einer Gruppe mit 40 über 1 Jahr verteilten Sitzungen in Supervisionsstufe II: 33 Sitzungen Supervision in einer Kleingruppe (2 - 4 Teilnehmer/innen). Die Supervision II unterscheidet sich von der Supervision in der Grundstufe entsprechend den Unterschieden in der praktischen Erfahrung und dem Weiterbildungsstand der Leiter/innen im Niveau der Differenzierung und Reflexion und in der Intensität des Supervisionsprozesses. Der/die Supervisand/in schließt die Supervision II mit einer schriftlichen Arbeit ab, in der der Gruppenprozess zusammenfassend dargestellt und unter gruppenanalytischen Gesichtspunkten reflektiert wird.

Mit der Entscheidung, welchen Typ von Gruppen die Weiterbildungskandidatin/der Weiterbildungskandidat in der Aufbaustufe unter Supervision selbständig leitet, wird endgültig festgelegt, ob ein Abschluss in Therapeutischer oder/und Angewandter Gruppenanalyse angestrebt wird. Im Regelfall ist die Teilnahme am Kurs Gruppenleitung in der Psychotherapie die Eingangsvoraussetzung für den Abschluss in Therapeutischer Gruppenanalyse und die Teilnahme am Kurs Gruppenleitung in der Sozialen Arbeit die Eingangsvoraussetzung für den Abschluss in Angewandter Gruppenanalyse. Es ist jedoch möglich, beide Abschlüsse zu erwerben. Auch ein Wechsel der Ausbildungsrichtung von der Angewandten zur Therapeutischen Gruppenanalyse und umgekehrt ist möglich. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass der/die Weiterbildungskandidat/in in der zusätzlich bzw. neu gewählten Ausbildungsrichtung insgesamt mindestens 80 Sitzungen selbständige Leitung einer Gruppe unter Supervision absolviert. Nur die bis zum Zeitpunkt dieser Entscheidung erworbene gruppenanalytische Kompetenz, nicht die berufliche Vorqualifikation ist Kriterium für die Zulassung zum Abschluss in Therapeutischer Gruppenanalyse.

Die Zulassung zur Supervision II muss nach Rücksprache mit dem/der vorgesehenen Supervision/in bei der Weiterbildungskommission beantragt werden. Der Antrag sollte Informationen enthalten: zum Typ der Gruppe, zur Anzahl der Gruppenmitglieder, zur Zusammensetzung der Gruppe nach Geschlecht, Alter und sozialem Hintergrund sowie zum Setting, in dem die Gruppe stattfinden wird. Bei Gruppen für den Abschluss in Therapeutischer Gruppenanalyse sind Angaben zu den Störungsbildern der Gruppenmitglieder notwendig. Bei diesen Gruppen sollte nach Möglichkeit zumindest eine supervidierte Gruppe den Bedingungen der klassischen ambulanten therapeutischen Gruppenanalyse voll entsprechen, d.h.: Einzelleitung; eine Mindestdauer von 1 Jahr; wöchentliche Sitzungen; heterogene Zusammensetzung nach Geschlecht, Alter und sozialem Status der Gruppenmitglieder; Dominanz von Störungsbildern aus dem neurotischen Formenkreis; keine engen verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen und keine beruflichen Abhängigkeitsverhältnisse in der Gruppe und zwischen Gruppenmitgliedern und Gruppenleiter/in. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung zur selbständigen Gruppenleitung liegt bei der Weiterbildungskommission.


III ORGANISATORISCHE FESTLEGUNGEN ZUR FORT- UND WEITERBILDUNG DES INSTITUTS FÜR THERAPEUTISCHE UND ANGEWANDTE GRUPPENANALYSE


1 Die Zulassung

Voraussetzungen für die Zulassung zur gruppenanalytischen Fortbildung sind:

  1. ein Studienabschluss bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem für die Anwendung der Gruppenanalyse offenen Berufsfeld
  2. mindestens ein Aufnahmegespräch mit einem Mitglied der jeweiligen Kursleitung bzw. der Weiterbildungskommission.

Die Zulassung ist schriftlich zu beantragen. Der Antrag sollte die Motive für die Weiterbildung und die Vorstellungen über eine zukünftige professionelle gruppenanalytische Arbeit erläutern. Ihm sollten beigefügt sein: ein Lebenslauf, der vor allem über den beruflichen Werdegang und andere abgeschlossene bzw. noch laufende Weiterbildungen informiert; Kopien der bisher erworbenen Abschlusszeugnisse und Zertifikate; Nachweise über die Art und Dauer der bisherigen beruflichen Tätigkeit.

Über die Aufnahme in die Fortbildung entscheidet die jeweilige Kursleitung bzw. die Weiterbildungskommission. Über die mögliche Anerkennung von gruppenanalytischen Ausbildungsbausteinen, die außerhalb des Instituts erworben wurden, entscheidet dabei in jedem Fall die Weiterbildungskommission.

Die Aufnahme in die Weiterbildung erfolgt auf Antrag nach erfolgreichem Abschluss der gruppenanalytischen Fortbildung. Ihr geht ein Aufnahmegespräch mit einem Mitglied der Weiterbildungskommission voraus.


2 Fehlzeiten
Versäumte Sitzungen sollten nachgeholt werden. Die konkreten Modalitäten sind zunächst zwischen den Lehrenden und der Ausbildungskandidatin/dem Ausbildungskandidaten zu vereinbaren. Falls eine Einigung nicht zu erreichen ist, kann die Weiterbildungskommission bzw. die jeweilige Kursleitung der Kandidatin/dem Kandidaten Auflagen machen, wie die versäumten Sitzungen nachzuholen sind bzw. für den entsprechenden Baustein die Anerkennung verweigern.


3 Mitwirkungsmöglichkeiten der Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten
Die Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten können aus ihren Reihen Delegierte wählen, die zur Teilnahme an den Sitzungen der Weiterbildungskommission berechtigt sind. Dieses Recht gilt nicht bei Entscheidungen über die Zulassung zur Fort- und Weiterbildung, die Zulassung zur selbständigen Gruppenleitung und den Abschluss der Weiterbildung. Bei diesen Entscheidungen besteht jedoch im Konfliktfall für die betroffene Weiterbildungskandidatin/den betroffenen Weiterbildungskandidaten die Möglichkeit, im Institut Schiedspersonen anzusprechen, die von der Institutsversammlung gewählt werden und nicht Mitglied einer Kursleitung bzw. der Weiterbildungskommission sein dürfen. Deren Aufgabe ist es, eine unabhängige Prüfung des Konflikts vorzunehmen und die Konfliktparteien bei der Klärung zu beraten.

Das Institut unterstützt die Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten bei der Entwicklung eigenständiger Formen des Erfahrungsaustauschs und der Diskussion. Den Ausbildungskandidatinnen und -kandidaten steht die gleichberechtigte Mitgliedschaft im Förderverein Gruppentherapie e.V. offen, der mit seinen Veranstaltungen und Publikationen ein Forum für den Dialog über Grundfragen gruppenanalytischer Theorie und Praxis bietet.


4 Abschluss der Weiterbildung
Wenn die Weiterbildungskandidatin/der Weiterbildungskandidat alle Bausteine der Aufbaustufe abgeschlossen hat, entscheidet die Weiterbildungskommission über die Zulassung für das Abschlusskolloquium und legt einen Termin für dieses Kolloquium fest. Sie benennt die Lehrenden, die für das Institut an diesem Abschlusskolloquium teilnehmen. Gegenstand des Kolloquiums sind die gruppenanalytischen Erfahrungen und Kenntnisse, die die Weiterbildungskandidatin/der Weiterbildungskandidat während der Weiterbildung, insbesondere in ihrer/seiner Praxis der Gruppenleitung erworben hat. Ein thematischer Schwerpunkt des Abschlusskolloquiums ist die schriftliche Arbeit, in der die Weiterbildungskandidatin/der Weiterbildungskandidat nach dem Abschluss der Supervision II den Gruppenprozess in der von ihr/ihm geleiteten Gruppe reflektiert hat. Nach dem Abschlusskolloquium erhält die Weiterbildungskandidatin/der Weiterbildungskandidat ein Zertifikat, das die Befähigung zur selbständigen Tätigkeit als Gruppenanalytiker/Gruppenanalytikerin bestätigt.


5 Kosten der Fort- und Weiterbildung
Gruppenleitung in der Psychotherapie EUR 3360
Gruppenleitung i. Päd. u. Soz. Arb. EUR 3040
Selbsterfahrung lfd Gr. pro Sitzg. EUR 40
Selbsterfahrung Block EUR 500
Selbsterfahrung Zwei-Ebenen-Block EUR 600
Selbsterfahrung Leiter/innen-Block EUR 600
Theorie (Aufbaustufe) EUR 2000
Beobachtung (1 Woche) EUR 600
Kleingruppenleitung EUR 600
Supervision II EUR 2970

(Stand: 16.03.2013; die Honorare für die einzelnen Bausteine werden regelmäßig in Übereinstimmung mit der allgemeinen Preisentwicklung angepasst.)